Jonathan Darlington, Conductor
23.
März 2011
8. Philharmonisches Konzert – Elgar als Synthese

Foto: Jonathan Darlington

Beim 8. Philharmonischen Konzert ließ sich Jonathan Darlington bei der Zusammenstellung der Werke von einem großen Vorgänger leiten: Der Dirigent Hans Richter liefert ihm die Verbindungslinien zwischen Edward Elgars 1. Sinfonie und Johannes Brahms 2. Klavierkonzert. Lesen Sie die Programmnotizen von Jonathan Darlington …

Dreißig Jahre trennen die Fertigstellung des zweiten Klavierkonzerts von Johannes Brahms von der Vollendung der ersten Sinfonie von Edward Elgar. Beide Werke hatten unmittelbaren Erfolg sowohl bei dem Publikum als auch bei den Kritikern, und dieser Erfolg hält seitdem an. Meine erste nähere Begegnung mit beiden Werken hatte ich bei Aufführungen von zwei der bedeutendsten Dirigenten des letzten Jahrhunderts. Sir Adrian Boult dirigierte die Elgar-Sinfonie und Sir John Barbirolli das Brahms-Klavierkonzert. (Der Pianist wiederum war einer der größten Musiker unserer Zeit – Daniel Barenboim.)Es lag an meinem Interesse an dem Dirigenten Hans Richter, dass ich gerade diese beiden Werke im Programm des 8. Philharmonischen Konzerts zusammenstellte. Richter erhielt seine Ausbildung an der gleichen Wiener Chorschule wie Franz Schubert, dem Stadtkonvikt, und wurde einer der größten Dirigenten seiner Zeit. Im späten 19. Jahrhundert gelang ihm der ziemlich schwierige Spagat, sich gleichzeitig für die Musik von Richard Wagner undJohannes Brahms einzusetzen. (Allgemein gesprochen gehörte man entweder zum einen Lager oder zum anderen – wie der Kritiker Eduard Hanslick –, aber nicht gleichzeitig zu beiden Lagern!). Hans Richter leitete die Uraufführungen von Richard Wagners  „Siegfried“ und  „Götterdämmerung“ sowie der dritten und vierten Sinfonie von Johannes Brahms, ganz zu schweigen vom Violinkonzert von Peter Tschaikowsky, der vierten und der achten Sinfonie von Anton Bruckner und so weiter. Außerdem war er ein großer Bewunderer Edward Elgars, von ihm leitete er die Uraufführungen der „Enigma-Variationen“ und der ersten Sinfonie.Edward Elgars Musik stellt eine wundervolle Synthese aus Wagner und Brahms dar – vielleicht war es dies, was Richter hieran besonders ansprach –, aber sie ist auch sofort als „englisch“ zu erkennen. In der Tat wird Edward Elgar als der englischste aller Komponisten angesehen. Man sieht und fühlt seine geliebte sanft geschwungene Landschaft von Worcestershire. (Für diejenigenDreißig Jahre trennen die Fertigstellung des zweiten Klavierkonzerts von Johannes Brahms von der Vollendung der ersten Sinfonie von Edward Elgar. Beide Werke hatten unmittelbaren Erfolg sowohl bei dem Publikum als auch bei den Kritikern, und dieser Erfolg hält seitdem an. Meine erste nähere Begegnung mit beiden Werken hatte ich bei Aufführungen von zwei der bedeutendsten Dirigenten des letzten Jahrhunderts. Sir Adrian Boult dirigierte die Elgar-Sinfonie und Sir John Barbirolli das Brahms-Klavierkonzert. (Der Pianist wiederum war einer der größten Musiker unserer Zeit – Daniel Barenboim.)Es lag an meinem Interesse an dem Dirigenten Hans Richter, dass ich gerade diese beiden Werke im Programm des 8. Philharmonischen Konzerts zusammenstellte. Richter erhielt seine Ausbildung an der gleichen Wiener Chorschule wie Franz Schubert, dem Stadtkonvikt, und wurde einer der größten Dirigenten seiner Zeit. Im späten 19. Jahrhundert gelang ihm der ziemlich schwierige Spagat, sich gleichzeitig für die Musik von Richard Wagner undJohannes Brahms einzusetzen. (Allgemein gesprochen gehörte man entweder zum einen Lager oder zum anderen – wie der Kritiker Eduard Hanslick –, aber nicht gleichzeitig zu beiden Lagern!). Hans Richter leitete die Uraufführungen von Richard Wagners  „Siegfried“ und  „Götterdämmerung“ sowie der dritten und vierten Sinfonie von Johannes Brahms, ganz zu schweigen vom Violinkonzert von Peter Tschaikowsky, der vierten und der achten Sinfonie von Anton Bruckner und so weiter. Außerdem war er ein großer Bewunderer Edward Elgars, von ihm leitete er die Uraufführungen der „Enigma-Variationen“ und der ersten Sinfonie.Edward Elgars Musik stellt eine wundervolle Synthese aus Wagner und Brahms dar – vielleicht war es dies, was Richter hieran besonders ansprach –, aber sie ist auch sofort als „englisch“ zu erkennen. In der Tat wird Edward Elgar als der englischste aller Komponisten angesehen. Man sieht und fühlt seine geliebte sanft geschwungene Landschaft von Worcestershire. (Für diejenigenvon Ihnen, die es nicht wissen: Worcestershire ist eine Grafschaft in der Mitte von England, wo die Sauce und das berühmte Royal Worcester Porzellan herkommen und wo ich selbst, beiläufig bemerkt, aufgewachsen bin.) Meiner Meinung nach spricht Edward Elgars Musik direkt zum Herzen. Über seine erste Sinfonie, die er seit mehr als zehn Jahren plante, schrieb er: „Es gibt kein Programm jenseits der weitgefassten Erfahrung menschlichen Lebens mit einer großen Wohltat (Liebe) und einer massivenHoffnung auf die Zukunft.“ Es ist diese  „massive Hoffnung auf die Zukunft“, die ich so ansprechend finde und die Elgar trotz des nahenden Traumas jener Zeit – der Erste Weltkrieg war nur noch sechs Jahre entfernt – mit solch kräftiger Leidenschaft ausdrückt. Bei der ersten Probe der Sinfonie im Jahr 1908 richtete Hans Richter die folgenden Worte an die Musiker des Orchesters: „Meine Herren, lassen Sie uns nun die größte Sinfonie der heutigen Zeit proben, geschrieben vom größten Komponisten der Gegenwart – und nicht nur in diesem Land.“ Ich würde sagen, das ist eine große Auszeichnung von einem Anhänger von Wagner und Brahms.

8. Philharmonisches Konzert

Jonathan Darlington Dirigent
Anna Malikova Klavier

Edward Elgar
Sinfonie Nr. 1 As-Dur op. 55
Johannes Brahms
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Mi 23. / Do 24. März 2011, 20.00 Uhr
Philharmonie Mercatorhalle

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