Jonathan Darlington, Conductor
19.
September 2010
Mahlers 5. und das “Wunderhorn”

Mit dem 2. Philharmonische Konzert taucht Jonathan Darlington in das Schwerpunktthema der Saison ein, in das Werk Gustav Mahlers. Bei diesem Konzert wird sich außerdem der mit Spannung und Vorfreude erwartete Residenzkünstler der Saison vorstellen, Christoph Prégardien.

Lesen Sie Jonathan Darlingtons Programmnotizen …

“O könnt’ ich meine Symphonien 50 Jahre nach meinem Tode uraufführen!”

“So schrieb Mahler nach der ersten Probe seiner 5. Sinfonie am 13. Oktober 1904. Angesichts der Kritik, die oft sehr feindselig war, und angesichts des Unverständnisses auf Seiten von Musikern und Publikum, ist es nicht verwunderlich, dass er solche Gedanken hegte. Heute erscheint das unglaublich. Er blieb für mehrere Jahrzehnte aus der Mode – wie so viele andere auch – doch heute ist er etabliert und in der Welt der Klassik-Liebhaber fast so beliebt wie Beethoven und Mozart. Er war paradoxerweise ein Intellektueller, dessen Ideale von Seiten der Avantgardisten als passé betrachtet wurden, und zugleich ein Komponist, der an der Spitze musikalischer Innovation und Aufführungspraxis stand. In dieser Hinsicht, ist es geradezu eine Schicksalsfügung, dass unsere heutige multi-mediale Welt den Mahler-Kanon derart weit verbreitet hat. Nicht zuletzt wohl auch, weil sich seine Musik so gut für die visuellen Künste wie Film, Tanz etc. eignet. Diese Ironie währe ihm wohl nicht entgangen.

Mahlers Sicht einer idealen Welt war in vielerlei Hinsicht der seiner Zeitgenossen völlig entgegengesetzt. Er zog es vor, rückwärts zu blicken und zu versuchen, Antworten auf das ultimative menschliche Dilemma zu finden. „Was ist dieses Leben – und was ist der Tod?“, so schrieb er an seine Frau Alma. Nicht etwa die zeitgenössischen Schriften von Hofmannsthal und Dehmel, sondern Rückert, Goethe, Klopstock bevorzugte er … und natürlich „Des Knaben Wunderhorn“. Die Märchenwelt des „Wunderhorn“-Szenarios, das er in allen seinen früheren Sinfonien einführt, zeigt seine Besessenheit mit der Natur – Tiere und Vögel, die gleichzeitig schön und grotesk sind. Und durch die Natur versuchte er Antworten auf seine ‚große Frage‘ zu finden. „Dieses Mal sind es die Wunder und Schrecken des Waldes, die mir die Musik diktieren …“, sagte er über die 5. Sinfonie. Die Antwort auf seine Frage in der 5. Sinfonie scheint mir ein Triumph des Lebens über den Tod zu sein, des Lichts über das Dunkel – etwas, das wir alle ersehnen, zu allen Zeiten und in allen Umständen.”

Mi 22. / Do 23. September 2010, 20.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle

Duisburger Philharmoniker

Jonathan Darlington, Dirigent

Gustav Mahler

Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“
Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

Für Tickets und weitere Details, klicken Sie hier.

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